Koncepció


Wir – Grundkurs Deutsch für Kinder und Jugendliche

 

 

Der Kurs wendet sich an Kinder und Jugendliche von etwa 10-15 Jahren. Er führt in fünf Bänden zu den bekannten Jugend-Prüfungen des Goethe-Instituts Fit in Deutsch 1 und Fit in Deutsch 2 und des österreichischen Sprachdiploms KID 1 und KID 2 (Wir A1 und Wir A2) sowie zum Zertifikat Deutsch (Wir B1). Das Lehrwerk orientiert sich an den Niveaustufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens.

 

Das Konzept

 

Wir ist ein kommunikativer Kurs, der die Lernenden mit altersgemäßen Themen zum Sprechen bringt. Die meisten Aufgaben im Kursbuch sind für Partnerarbeit und Gruppenarbeit konzipiert, in denen die Sprache so natürlich wie möglich angewandt wird. Dazu kommen zahlreiche Spielvorschläge, in denen Wortschatz und Grammatik spielerisch eingeübt werden.

 

In Wir liegt der Schwerpunkt auf der Kommunikation in der unmittelbaren Lebenswelt der Jugendlichen. Diese Angebot wird um die Arbeit mit abwechslungsreichen Textsorten erweitert. Verweise im Kursbuch führen zu den passenden Übungen im Arbeitsbuch. Neben den Schreibaufgaben gibt es in den Arbeitsbüchern auch zahlreiche kommunikative Aufgaben, die zunächst gemeinsam in der Klasse oder mit einem Partner (oder mehreren Partnern) kooperativ durchgeführt werden können. Zur Wiederholung und Festigung kann man die Aufgaben in Hausarbeit noch einmal schriftlich durchführen lassen. Das Arbeitsbuch enthält auch den Wortschatz der Lektionen mit Kontextbeispielen in der Reihenfolge des Vorkommens. Dazu gibt es Schreiblinien für die Übersetzung.

 

Wie ein „roter Faden“ ziehen sich Ausschnitte aus dem Leben der Familie Weigel aus Augsburg (Vater, Mutter, Stefan und Tina) durch die Lektionen. So bekommen die Lernenden Einblicke in das Leben einer deutschen Familie und können es mit ihrer eigenen Realität vergleichen.

Auch Österreich und die Schweiz kommen in den landeskundlichen Abschnitten vor.

 

Die Grammatikprogression entspricht den kommunikativen Bedürfnissen der Lernenden im Rahmen der behandelten Themen. Die Grammatik wird in den Lektionen induktiv eingeführt und in kommunikativen Zusammenhängen geübt, kleine Grammatikkästen unterstützen die richtige Anwendung des Gelernten. Die nachfolgende Systematisierung der Grammatik mit Hilfe vom kindgemäßen, farbigen Grammatik-ABC findet in dem separaten Grammatikteil am Ende des Kursbuches statt, der die grammatischen Themen der Lektionen pro Modul zusammenfasst. Dabei werden die Lernenden dazu angeleitet, die grammatischen Regeln selbst zu entdecken, und sie immer wieder mit der Muttersprache zu vergleichen. Auf diese Weise wird die Sprachaufmerksamkeit („language awareness“) der Lernenden erhöht. An speziellen, thematisch gebundenen Grammatikübungen erproben die Lernenden, ob sie das grammatische Phänomen verstanden haben und anwenden können. Die Grammatikkapitel von Grammatik-ABC sollten nicht in Form von separaten „Grammatikstunden“ behandelt werden, sondern jeweils in die Arbeit mit den Lektionen einbezogen werden.

 

Es erhöht die Motivation der Lernenden, wenn sie die Ergebnisse ihrer Arbeit von Zeit zu Zeit auch selbst überprüfen können. Deshalb bietet das Kursbuch die Lösungen zu den Selbsttests am Ende jedes Moduls auf der Seite vor dem Wörterverzeichnis, so dass die Lernenden ihre Ergebnisse selbst, einzeln oder wechselseitig in Partnerarbeit überprüfen können.

 

Das gezielte Training der Fertigkeiten ist aus den Lektionen in den Teil „Wir trainieren“ ausgelagert. Damit ist beabsichtigt, dass die Kinder einerseits unbeschwert in der Fremdsprache kommunizieren (während der Arbeit in den Lektionen), andererseits gezielt auf die Prüfungsanforderungen vorbereitet werden, indem sie mit Aufgaben, wie sie in den Prüfungen vorkommen, konfrontiert werden.

 

 

 

 

Arbeitsvorschläge mit dem Lehrwerk „Wir“

 

Am Anfang jedes Moduls in der Wir-Kursbüchern befindet sich die Modul-Auftaktseite „Du lernst…“, die eigentlich eine Chekliste mit Modulzielen ist. Sie dient einerseits als Kompass, andererseits als Evaluationsbogen. Am Ende des Moduls können Lernende reflektieren, inwiefern sie die Unterrichtsziele erreicht haben. Dadurch werden Selbstreflexion und Selbstbewertung entwickelt, und das Selbstbild wird objektiviert.

 

Die einzelnen Lektionen fangen meistens mit einem Bildimpuls mit Dialogsituation an. Hiermit werden einige Vorschläge zur Erarbeitung des kommunikativen Einstieges aufgelistet:

•      den Dialog hören, dabei die Bilder ansehen

•      den Dialog hören und still mitlesen

•      den Dialog satzweise hören (evtl. in Gruppen/im Chor nachsprechen)

•      den Dialog mit verteilten Rollen lesen

•      Bausteine bearbeiten

 

Die Kursbücher enthalten sehr vielfältige Übungen und mehrere wiederkehrende Übungstypen: Kettenspiel, Mehrwahlantwort-Aufgaben, Alternativantwort-Aufgaben, Zuordnungsübungen, Rollenspiel, Wechselspiel, Würfelspiel.

 

Wir  bietet auch die Möglichkeit der Portfolioarbeit an. Portfolio: Deine Wir-Mappe ist meistens die letzte Aufgabe in der Lektion. Hier geht es darum, dass die Lernenden ihre Lernprogression dokumentieren, indem sie Produkte ihrer Miniprojekte in einer Mappe abheften und bewahren. Die Produkte können in einer speziellen Form der Gruppenarbeit (Schneeball/wachsende Gruppe, Kugellager, Gruppenpuzzle, Spionage) präsentiert werden. Mit den Portfolio-Aufgaben werden auch die Kreativität und die Schreibfertigkeit der Lernenden entwickelt.

 

Jede Lektion enthält die Teile „Wortschatz wiederholen“, „Aussprache/Intonation“, „Du kannst…“ und „Wir singen“. Am Ende jeder Lektion gibt es Wortschatzübungen, „Wortschatz wiederholen“ zur Festigung der neuen Ausdrücke und Strukturen, die überwiegend in Partnerarbeit gelöst werden können.

 

Bei „Aussprache/Intonation“ werden Übungen zur Schulung der richtigen Aussprache und Intonation angeboten. Im Unterricht sollten nur die Übungen durchgeführt werden, die für die jeweilige Lernergruppe relevant sind.

 

„Du kannst …“ bietet einen Rückblick auf die gelernten Sprachmittel, die mit der Modul-Auftaktseite zusammen bei der Wiederholung gut anzuwenden sind, um die Selbstevaluation der Lernenden zu ermöglichen. Lernende können z.B. mit Smiley-Gesichtern angeben, inwiefern sie die angegebenen Sprachmittel, bzw. Lernziele erreicht haben:

 

J: Ich kann das sehr gut.

K: Ich kann das gut.

L: Ich muss das noch üben.

 

„Wir singen“ ist ein Teil, indem ein Lied zum behandelten Thema gelernt werden kann. Lieder sind für Kinder ein ausgezeichnetes Mittel zum Spracherwerb, da durch sie Wortschatz und Grammatik kinderleicht eingeführt, geübt, und durch Wiederholung intensiv gefestigt werden. Wir bietet Lieder mit Wortschatz und Grammatik der jeweiligen Lektion an. Die Lieder können sowohl als Einstieg, als auch als Abschluss des Themas verwendet werden. Einige Vorschläge zur Erarbeitung der Lieder:

•      das Lied hören (neue Redemittel können wie bei anderen Hörtexten vorher mit
Abbildungen oder durch Pantomime eingeführt werden)

•      das Lied hören und die Melodie mitsummen/dazu rhythmisch klatschen

•      bei Liedern mit sich wiederholenden Textteilen zuerst diese einüben

•      Lieder strophenweise durch Mitsingen mit dem Sänger einüben

•      dafür geeignete Lieder szenisch darstellen

 

Wir bietet auch am Ende jedes Moduls ein Projekt an:

 

Projekt ist eine offene Unterrichtsform, in der die Lernenden selber planen, was sie tun und erreichen wollen. Sie beraten die verschiedenen Vorschläge. Dabei verständigen sie sich über das, was sie tun wollen. Sie führen den Plan selber aus. Sie lernen dabei realistische Ziele zu setzen, mit der Zeit umzugehen, Probleme arbeitsteilig anzupacken, und ein Vorhaben zu Ende zu bringen.

•      realistische Ziele zu setzen,

•      mit der Zeit umzugehen,

•      Probleme arbeitsteilig anzupacken,

•      und ein Vorhaben zu Ende zu bringen.

 

Ein Projekt besteht aus folgenden Phasen:

•      Vorbereitung: Erklärung zum Verlauf und Zeitrahmen, zu den Zielen, Gruppeneinteilung, usw.

•      Durchführung/Arbeitsphase: Lernende machen in Gruppen den Arbeitsplan, verteilen, die Rollen und die Aufgaben, erarbeiten das Thema. Der Lehrer/die Lehrerin hat eine eher beratende Funktion.

•      Präsentation der Ergebnisse: Lernende präsentieren einander ihre Ergebnisse (Plakate, Bücher, Texte, usw.) z.B. in Form einer Messe oder in Wirbelgruppen/Gruppenpuzzle.

•      Auswertung: nach der Präsentation sagen Lernende ihre Meinung über die Produkte. In der Anfangsphase kann diese Auswertung in der Muttersprache ablaufen.

•      Evaluation: Lernende werten das ganze Projekt aus: Sie reflektieren auf ihre eigene Rolle, auf die Zusammenarbeit in ihrer Gruppe, auf die einzelnen Arbeitsphasen. An dieser Stelle können (und sollten) auch Schwierigkeiten thematisiert und mögliche Lösungswege gefunden werden. Wie die Auswertung kann auch die Evaluation am Anfang in der Muttersprache stattfinden.

 

Während eines Projektes arbeiten Lernende nicht immer in Gruppen: Es gibt Aufgaben, die nach dem Projektplan in Partner- oder Einzelarbeit erledigt werden, trotzdem spielt die Gruppe eine wichtige Rolle. Deshalb werden im Folgenden einige Tipps zur Gruppenbildung aufgelistet. Die optimale Gruppenstärke: 3-5 Lernende. Die Gruppen können arbeitsgleich oder arbeitsteilig arbeiten. Wenn sie arbeitsgleich arbeiten, hat jede Gruppe dieselbe Aufgabe, wenn sie arbeitsteilig tätig sind, haben die Gruppen unterschiedliche Themen.

 

Was die Gruppenbildung betrifft, können wir Wahl- und Zufallsgruppen voneinander unterscheiden. Bei Wahlgruppen wählen die Lernenden selbst nach Sympathie (Sympathiegruppe) die Gruppenmitglieder, oder nach Interesse (Interessegruppe) das Thema aus. Bei Zufallsgruppen teilt der Lehrer/die Lehrerin die Gruppen ein, indem er/sie die Einteilung meist dem Zufall überlässt. Einige Möglichkeiten dafür: Nachbarschaftsgruppen, Durchzählen, Kärtchen ziehen, Puzzle, Tierstimmen, Schuhgröße, Geburtsdatum.

 

Um die Effektivität der Gruppenarbeit zu erhöhen, lohnt sich während der Gruppenarbeit einige kooperative Techniken anzuwenden: z.B. Rollen in Gruppen (Präsentator, Zeitmanager, Materialienmanager, Protokollführer, Sozialmanager) verteilen, ein Ruhe-Signal einführen, Placemat-Technik, Gedankennetz/Schneeball/Lawine-Technik benutzen.

 

 

Projektarbeit ist auch eine geeignete Möglichkeit zur Differenzierung. Wir unterscheiden zwei Formen von Differenzierung: äußere und innere. Im Falle der äußeren Differenzierung werden die Lernenden nach Leistungsstufen in Gruppen/Klassen getrennt, bei der inneren Differenzierung (Binnendifferenzierung) wird der Klassenverband nur für bestimmte Unterrichtsphasen aufgelöst. Weitere Möglichkeiten für innere Differenzierung:

•      Hör-/Leseverstehen in Partner- oder Gruppenarbeit durchführen

•      Schreibaufgabe in Partner- oder Gruppenarbeit lösen

•      öfter in Paaren/Gruppen arbeiten

•      spezielle Formen von Gruppenarbeit (Schneeball/wachsende Gruppe, Kugellager,
Gruppenpuzzle, Spionage) anwenden

•      kooperative Techniken (Rollen in der Gruppe, Placemat-Technik, Gedankennetz/
Schneeball/Lawine) anwenden

 

Jedes Modul in den Kursbüchern endet mit einem gezielten Fertigkeitstraining „Wir trainieren“, das mit dem Teil „Teste dein Deutsch!“ bei der Wiederholung sehr gut anzuwenden ist. Diese Aufgaben können auch als Stationen angeboten werden.

 

Das letzte Modul in allen Kursbüchern Kursbuch „Wir feiern“ ist ein Modul mit drei Lektionen, die landeskundlichen Informationen zu bestimmten Festen und Feiertagen darbieten. Da diese Lektionen keine sprachliche Progression haben, können sie jeweils bei Bedarf eingesetzt werden. Das Lehrerhandbuch gibt dazu keine methodischen Hinweise, da die einzelnen Lektionen aus solchen Übungstypen bestehen, deren Vorgehensweise in den anderen Lektionen schon dargestellt worden sind.

 

In Wir werden die neuen grammatischen Erscheinungen mithilfe vom sog. Grammatik-ABC, das im Sinne der induktiven Grammatikvermittlung Schritte (A, B, C) enthält, die das selbstständige Entdecken von Grammatikregeln und den Sprachvergleich ermöglichen.

 

Für die Einübung der Satzstrukturen sind die schon bekannten Satzbauspiele (Satzbaukarten, Satzmaschine, Satzfächer, Satzrolle oder Satzkarussell) sehr gut geeignet.

 

Das Arbeitsbuch hilft dabei, dass Lernende den neuen Wortschatz, die neuen grammatischen Strukturen und die Rechtschreibung einüben. Da Wortschatzlernen vielleicht das größte Problem beim Fremdsprachenlernen ist, bietet das Arbeitsbuch eine klassische Methode der Mnemotechnik, die Lernkartei an. Das ist eine einfache „Lernmaschine“, hinter der das lernpsychologische Prinzip neben dem assoziativen Lernen vor allem das verteilte und regelmäßige Lernen ist.

 

Im Arbeitsbuch werden am Ende jedes Moduls die Einzelwörter und die Sätze aus den Lektionen in der Reihenfolge des Vorkommens aufgelistet. Die Wortliste im Arbeitsbuch kann als Vokabelheft fundieren, oder bei der Wiederholung bearbeitet werden.